Good bye Deutschland

Good bye Deutschland

Good bye Deutschland

Deutschland verlassen, auswandern? In einem anderen Land noch einmal ganz von vorn anfangen? Einige Fernsehformate beschäftigen sich damit.

Geht das überhaupt als Alleinerziehende mit Kindern?

Die Antwort ist einfach: Nicht so ohne weiteres!

Mütter dürfen ohne das Einverständnis des Kindesvaters im Streitfall nicht einmal innerhalb Deutschlands umziehen. Manchmal nicht einmal innerhalb der Stadt. Das kann ganz schnell zum Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts und der elterlichen Sorge führen.

Selbst wenn die Mutter allein sorgeberechigt sind  – ob von Geburt an oder durch gerichtlichen Beschluss – läuft sie Gefahr, ihre Kinder zu verlieren, wenn der Kindesvater entsprechende Anträge beim Familiengericht stellt.

Kindesentzug, auch bei alleiniger Sorge

Einer dieser uns bekannten Fälle endet damit, dass vier Monate nach der Auswanderung Interpol vor der Tür stand, das damals 4jährige Kind mitnahm und nach Deutschland verbrachte. Die Mutter war beruflich bedingt, bei alleiniger Sorge nach Südamerika ausgewandert. Die alleinige Sorge wurde durch zwei Gutachten empfohlen, da es beim Vater erhebliche Defizite in seiner Erziehungsfähigkeit gab. Um den Kontakt zwischen Vater und Kind aufrechtzuerhalten, ermöglichte die Mutter Telefonate und Skype-Kontakte. Der Vater besuchte das Kind sogar in Südamerika. Allerdings bereitete er in Deutschland die Rückführung des Kindes vor.

Der Entzug des Kindes von einer Sekunde auf die andere traf Mutter und Kind völlig unvorbereitet. Sie hatte keine deutsche Anschrift mehr und war daher auch nicht über das deutsche Gerichtsverfahren informiert, das zum Verlust ihrer elterlichen Sorge führte. Die beiden früheren Gutachten wurden ignoriert; der Vater erhielt die alleinige Sorge – mit Ausnahme der Gesundheitsfürsorge, da bei ihm ein Verdacht auf Münchhausen-Syndrom vorlag. Die Gesundheitsfürsorge ging auf das Jugendamt.

Die Mutter musste unter dramatischen Umständen alles in Südamerika aufgeben und kehrte zwei Tage nach dem Entzug des Kindes nach Deutschland zurück. Monatelang durfte sie ihr Kind nur noch stundenweise begleitet sehen. Eine Chance, die elterliche Sorge zurückzuerlangen, gab es nicht.

Die Mutter wird “diszipliniert”

Dieser Fall ging übrigens 2017 durch die Presse, da die Mutter einen unbegleiteten Umgang zur Flucht nutzte. Sie wurden drei Jahre später in Thailand aufgespürt, und das Kind, mittlerweile 8 Jahre alt, wurde wiederum dem Vater übergeben. Die Mutter sitzt seitdem im Gefängnis. Alles zum Kindeswohl.

Die Analyse des Falles zeigt: Im ersten Prozess, der zum Verlust der elterlichen Sorge der Mutter führte, lagen Verfahrensfehler vor. Aber die galten als “geheilt” durch die Tatsache, dass das Kind wieder in Deutschland war. Man unterstellte der Mutter, durch die Auswanderung das Kindeswohl beschädigt zu haben. Was natürlich grober Unfug ist, denn es würde bedeuten, dass Diplomaten und Managerfamilien, die berufsbedingt ständig umziehen und auswandern per se ihre Kinder beschädigen.

Es bleibt der Eindruck, dass hier eine Mutter diszipliert werden sollte. Gleiches gilt für das Strafverfahren. Uns ist kein Fall von häuslicher Gewalt bekannt, in dem der Kindesvater für zwei Jahre hinter Gittern weggesperrt wurde bzw. überhaupt ins Gefängnis musste, so wie in diesem Fall die Mutter, die letztlich nur versucht hat, ihr Kind zu schützen.

Auch Umzug kann zu Kindesentzug führen

Zugegeben, das ist ein krasser Fall. Aber uns liegen auch andere Fälle vor. Wie zum Beispiel der Fall einer Mutter, die berufsbedingt von Sachsen ins Brandenburgische zog, eine Distanz von ca. 1,5 Stunden: Sie hat ihr Sorgerecht und das Aufenthaltsbestimmungsrecht an den Kindesvater verloren. Die Kinder, dessen Hauptbezugsperson die Mutter war, müssen seitdem beim Vater leben – die Mutter hat Wochenendumgang.

Sogar wenn der Kindesvater Ihnen schriftlich sein Einverständnis gegeben hat, kann es Ihnen passieren, dass ein Richter dem Vater das Recht zuspricht, seine Meinung kurzfristig zu ändern. Auch ein solcher Fall liegt uns vor.


Wir geben daher die dringende Warnung an Mütter, sich einen Umzug oder eine Auswanderung sehr genau zu überlegen, alle möglichen Konsequenzen abzuwägen und ggf. geeignete Maßnahmen einzuleiten, um den Wegzug zu ermöglichen. Es ist nicht einfach, aber es ist auch nicht unmöglich.

Wir fragen Sie nach Ihren Erfahrungen zum Thema: Wie haben Sie es geschafft? 

Johanna

5 Kommentare

Cosmopolit Posted on 6:37 am - Feb 5, 2019

Liebe Carolyn,
bei google einfach Claudia K. und Thailand eingeben, dann findest du alles zu dem tragischen Fall. Die Berichterstattung war nicht pro Mutter. Wie Sophia schon schrieb, Immobilienmakler Hage v. V. aus Berlin Grunewald brachte Claudia K. in den Knast, weil sie ihre Tochter vor ihm schuetzen wollte. In deinem Fall suche dir lieber Hilfe hier, als bei der Presse. Die Presse hat schon manche Mutter reingerissen, wie zum Beispiel auch im Falle des Aurel. Ein Coaching bei Barbara Thieme und ein klarer Kopf helfen dir mehr, als die Presse!
Lieber Gruss aus der Ferne
Anna

Ulla Posted on 8:18 am - Feb 3, 2019

Ich lebe in Österreich , der KV im Ausland und ich ziehe in Kürze um.
Die Ämter werden froh sein den Riesen Aktenberg loszuwerden . Ich halte Euch auf dem Laufenden

Sophia Posted on 8:28 pm - Jan 30, 2019

Die Presse hat viel berichtet in diesem Fall: der Immobilienmakler Hage v. V. aus Berlin führt Krieg gegen die Mutter seines Kindes. Mit aller Gewalt entreißt er der Mutter das Kind, das nie bei ihm gelebt hat. Nun ist das Mädchen schutzlos ausgeliefert… Münchhausen Stellvertreter Syndrom…

    Barbara Posted on 3:52 am - Feb 1, 2019

    Hallo Sophia,
    mit Ruecksicht auf das Kind haben wir den Namen des KV gekürzt.
    Das Mütterlobby Team

    Carolyn Posted on 7:27 am - Feb 3, 2019

    Liebe Sophia, bei mir ist es so ähnlich, meine Tochter wurde Ebenfalls geraubt , Wird völlig entfremdet und darf mich nicht mehr sehen. Ich würde gerne auch die Presse einschalten. Deshalb würde es mich interessieren welche Zeitung oder welcher Sender darüber berichtet hat.
    Liebe Grüße
    Carolyn

Schreiben Sie uns einen Kommentar, den wir veröffentlichen können: